Donnerstag, 15. mai 2008
Motivation bezeichnet eigentlich nur die Beweggründe, die einen zu einer Handlung bewegen oder in Bewegung halten, etwas zu tun, denn
diese Bewegung entwickelt sich zur Herzenangelegenheit. Man empfindet Genugtuung bei einer Handlung, weil man sich einbringt. Es gibt also einen Grund für eine Bewegung, der mich veranlaßt, den
Status quo zu verlassen, indem ein bestimmter Stand eine Weiterentwicklung erfährt. Je größer das Einvernehmen und je harmonischer die Konstellation von Personen, Ort und Umständen, desto
motivierter ist jeder, denn es treten nur minimale Konfliktsituationen auf und auftretende Konflikte werden schnell einer Lösung zugeführt. Harmonie wird auch dadurch erreicht, daß kaum
Machtansprüche formuliert werden und Hierarchieordnungen verschwinden, denn sie behindern ein konfliktminimiertes Miteinander. Hierarchien fördern den Drang, Machtansprüche zu formulieren und
durchzusetzen, so daß das Miteinander in ein Gegeneinander umschlägt. Damit werden Spannungsfelder erzeugt, die jede Motivation vernichten. Man beobachtet, daß sich Hierarchien auf natürlichem
Wege entwickeln, die sich aus einer besonderen Fähigkeit, einem besonderen Wissen oder vom Alter herleiten, denn sie bestimmen eine gewisse Fügung. Man gibt Macht dort ab, wo man Mängel hat, und
übernimmt Macht, wo man Stärken aufweist, so daß ein ständiger Ausgleich stattfindet, weil man damit anderen Aufgaben überträgt. Störend wirken sich Menschen aus, die diese Mängelhaftigkeit nicht
eingestehen wollen, indem sie sie durch ein autoritatives und selbstbewußtes Auftreten verdecken wollen. Denn sie weisen dann schnell Schuld für je eigene Fehler anderen zu und lenken damit von
ihrer je eigenen Mängelhaftigkeit ab, statt die je eigenen Mängel als Aufgabe für je andere zu formulieren. Wenn solche Störenfriede auftreten, wird jede Motivation beeinträchtigt, weil man quasi
dazu verdammt ist, Fehler zu begehen, ohne wirklich für sie Verantwortung zu tragen. Auf diese Weise wird eine destruktive Situation geschaffen, die dem Störenfried dazu dient, je eigene Mängel
zu kaschieren, indem ständig Stolperfallen errichtet werden. Damit wird das harmonische Zusammenspiel der Kräfte unterbunden, so daß es nicht mehr wirkungsvoll funktioniert. So verschwindet jede
Motivation, weil nichts mehr bewegt und man sich nicht mehr einbringen kann. Motivation wächst, wenn die Verhältnisse eine individuelle Prägung erfahren, denn dann identifiziert man sich mit
ihnen. Jeder Störenfried vernichtet diese Idenfizierung, so daß diese Verhältnisse immer fremd bleiben. Wer sich in Verhältnissen je fremd fühlt, der bewegt und bewirkt nichts, weil er keine
Heimat in diesen Verhältnissen findet. Er ist heimatlos, weil er nicht eingebunden ist, so daß ihm die Motivation vergeht, sich einzubringen. Wenn aber die Verhältnisse eine Heimat bieten und sie
jeden einbinden, der sich auf sie einläßt, indem er sich integrierend einbringt, dann bewegt sich viel und die Verhältnisse erfahren eine ständige Veränderung. Denn der einzelne ist in die
Gestaltung der Verhältnisse aktiv eingebunden.