Donnerstag, 15. mai 2008
Motivation bezeichnet eigentlich nur die Beweggründe, die einen zu einer Handlung bewegen oder in Bewegung halten, etwas zu tun, denn diese Bewegung entwickelt sich zur Herzenangelegenheit. Man empfindet Genugtuung bei einer Handlung, weil man sich einbringt. Es gibt also einen Grund für eine Bewegung, der mich veranlaßt, den Status quo zu verlassen, indem ein bestimmter Stand eine Weiterentwicklung erfährt. Je größer das Einvernehmen und je harmonischer die Konstellation von Personen, Ort und Umständen, desto motivierter ist jeder, denn es treten nur minimale Konfliktsituationen auf und auftretende Konflikte werden schnell einer Lösung zugeführt. Harmonie wird auch dadurch erreicht, daß kaum Machtansprüche formuliert werden und Hierarchieordnungen verschwinden, denn sie behindern ein konfliktminimiertes Miteinander. Hierarchien fördern den Drang, Machtansprüche zu formulieren und durchzusetzen, so daß das Miteinander in ein Gegeneinander umschlägt. Damit werden Spannungsfelder erzeugt, die jede Motivation vernichten. Man beobachtet, daß sich Hierarchien auf natürlichem Wege entwickeln, die sich aus einer besonderen Fähigkeit, einem besonderen Wissen oder vom Alter herleiten, denn sie bestimmen eine gewisse Fügung. Man gibt Macht dort ab, wo man Mängel hat, und übernimmt Macht, wo man Stärken aufweist, so daß ein ständiger Ausgleich stattfindet, weil man damit anderen Aufgaben überträgt. Störend wirken sich Menschen aus, die diese Mängelhaftigkeit nicht eingestehen wollen, indem sie sie durch ein autoritatives und selbstbewußtes Auftreten verdecken wollen. Denn sie weisen dann schnell Schuld für je eigene Fehler anderen zu und lenken damit von ihrer je eigenen Mängelhaftigkeit ab, statt die je eigenen Mängel als Aufgabe für je andere zu formulieren. Wenn solche Störenfriede auftreten, wird jede Motivation beeinträchtigt, weil man quasi dazu verdammt ist, Fehler zu begehen, ohne wirklich für sie Verantwortung zu tragen. Auf diese Weise wird eine destruktive Situation geschaffen, die dem Störenfried dazu dient, je eigene Mängel zu kaschieren, indem ständig Stolperfallen errichtet werden. Damit wird das harmonische Zusammenspiel der Kräfte unterbunden, so daß es nicht mehr wirkungsvoll funktioniert. So verschwindet jede Motivation, weil nichts mehr bewegt und man sich nicht mehr einbringen kann. Motivation wächst, wenn die Verhältnisse eine individuelle Prägung erfahren, denn dann identifiziert man sich mit ihnen. Jeder Störenfried vernichtet diese Idenfizierung, so daß diese Verhältnisse immer fremd bleiben. Wer sich in Verhältnissen je fremd fühlt, der bewegt und bewirkt nichts, weil er keine Heimat in diesen Verhältnissen findet. Er ist heimatlos, weil er nicht eingebunden ist, so daß ihm die Motivation vergeht, sich einzubringen. Wenn aber die Verhältnisse eine Heimat bieten und sie jeden einbinden, der sich auf sie einläßt, indem er sich integrierend einbringt, dann bewegt sich viel und die Verhältnisse erfahren eine ständige Veränderung. Denn der einzelne ist in die Gestaltung der Verhältnisse aktiv eingebunden.
von Ignatius
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Donnerstag, 8. mai 2008
Soziale Kompetenz kann man nur entwickeln, wenn eine Begegnung mit Menschen verschiedenster Ausrichtung und Lebensgestaltung stattfindet, denn dann ist man gefordert, sich auf jeden Menschen, den man nicht kennt, einzustellen und eine geeignete Haltung einzunehmen. Dazu gehört es, Fallen und Seichtigkeiten zu entdecken und Schlingen zu umgehen, die nicht immer als solche zu erkennen sind. Optimale soziale Kompetenz erreicht man, wenn man den je anderen in seiner Andersheit annimmt und keinen missionarischen Eifer entwickelt, indem man seine Haltung und sein je eigenes Verhalten als Grundlage nimmt und alle Urteile auf dieser Grundlage fällt. Vielmehr sollte man den je anderen in seiner Andersheit so steuern, daß die Andersheit erhalten bleibt, aber eine neue Richtung erhält, ohne als fremd empfunden zu werden, denn sonst stößt man auf Widerstand. Es gibt keine Grundlage oder Einstellung, die jeglicher Kritik entzogen und enthoben wäre, sondern man muß immer einen modus vivendi finden, der maximal konfliktfrei das Zusammenspiel und -leben regelt und eine schnelle Lösung möglicher Konflikte zuläßt, sonst vergeudet man das ganze Leben in irgendwelchen Lösungsprozessen, ohne irgendeinen Konflikt tatsächlich zu lösen. Wer hingegen Andersheit nicht zuläßt und seine Eigenart als nonplusultra durchsetzen will, der schafft Konflikte, weil sich andere gegen dieses Sendungsbewußtsein wehren, insofern sie sich keinen fremden Gesetzen unterwerfen wollen. Wer aber seine Gesetze anderen aufzwingen will, muß die Welt auf dieser Grundlage als böse und schlecht verurteilen, damit seine Gesetze als Heil darstellbar sind. Eine wahre heile Welt entsteht nur dort, wo alle sich einbringen und entwickeln können, denn sonst mündet die Welt in einen Dauerkonflikt und destruiert sich letztlich selbst. Das heißt, daß man sich der Welt stellen muß. Denn sonst muß man das Erimitentum wählen, wenn man nur seine eigenen Gesetze zulassen will. Wer die Welt um sich nur als böse und schlecht bewertet, der muß sich entziehen, indem er sich zurückzieht und alle Kontakte unterbricht, auch wenn er trotzdem von ihr abhängig bleibt. Wenn man sich der Welt stellt, dann entwickelt man ein Gespür für die Möglichkeiten, die in jeder Andersheit stecken. Denn man konfrontiert seine Eigenart und Einstellung mit diesen Andersheiten und setzt sie somit einer Prüfung aus. Wenn nun die je eigene Art und Einstellung sich bewährt, dann kann man an ihr festhalten. Stößt man damit auf Widerstand oder erzeugt permanent Konflikte, dann muß man sie einer Prüfung unterziehen, damit man nicht ausgestoßen wird. Das heißt nicht, daß man sich selbst aufgeben muß, sondern daß man neue Wege finden muß, sich ohne Anstoß zu bewegen, denn kann man sich mit seiner Eigenart und Einstellung wieder einbringen. Man muß sozusagen mit der Gesellschaft und Umgebung leben und nicht gegen sie, damit man sich nicht selbst ausschließt.
von Ignatius
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Mittwoch, 7. mai 2008
Wenn man nach vielen Jahren eine Kirche außerhalb der Meßzeiten durch einen Auftrag besucht, dann macht man die Erfahrung, daß Kirche als Ort nicht mehr selbstverständlich ist und daß diese Kirche eher säkularen Ansprüchen genügt, als daß sie als Oase im regen Alltagstreiben auftritt, denn der Eintritt in diesen Ort empfindet man nicht mehr als  Andersheit. Andersheit drückt sich darin aus, daß dieser Ort den Alltag vergessen läßt und den Menschen den Geist des Widerstandes atmen läßt, insofern an ihm der heilige Geist weht. Eine Kirche gebärdet sich mehr und mehr zum Kunst- und Kulturobjekt, das bestimmte Kunst- und Kulturströmungen widerspiegelt, weil das Sakrale mehr und mehr verschwindet. Die Kunst und Kultur lösen das Sakrale ab, können es aber nicht ersetzen, weil Kunst und Kultur ein Erzeugnis eines je herrschenden Gegenwartsdenkens sind, während das Sakrale Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in sich verbindet, denn es übersteigt jedes Denken. Wenn der Mensch nun das Sakrale durch die Kunst und Kultur ersetzen will, bindet er sich an die Gegenwart und ihre je herrschenden Gesetze, so daß er keinen Widerstand mehr leistet, sondern sich ihnen beugt, als ob sie einen sakralen Charakter hätten. Denn Widerstand entspringt immer der Transzendenz. Wenn politische Systeme das Transzendentale verdrängen wollen, drücken sie nur die Frucht vor dem Widerstand aus, der der Transzendenz entspringt, denn der wahre Glaube wirkt immer wie Sauerteig. Wenn nun der Besuch einer Kirche einem Besuch eines Kunst- und Kulturobjektes gleicht, dann verliert dieser Ort seine Eigentlichkeit, insofern der Widerstandscharakter dieses Ortes nicht mehr wahrgenommen wird. Zwar birgt die Kunst auch einen Widerstandscharakter in sich, aber er bleibt  auf die jeweilige Gegenwart des Kunstobjektes bezogen, weil sie späterhin erst mühsam erschlossen werden muß. Eine Kirche darf nie die Not einer Zeit widerspiegeln, denn dann wird sie passiv und säkular. Vielmehr muß sie Bollwerk und Refugium zugleich sein, in dem der Mensch auftankt, indem er den heiligen Geist atmet. Wenn er dann gestärkt diesen Ort verläßt, dann entdeckt er das je Unmenschliche der Gegenwart, weil er zum Sauerteig wird und die Gegenwart fragend begleitet.
von Ignatius
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Sonntag, 4. mai 2008
Wenn seelisch und körperlich keine Störungen eintreten, dann empfindet man ein Gefühl der Ausgeglichenheit, weil man einen Zustand des Heils erfährt. Heil zeigt sich immer dort, wo nichts konfligiert, weil die Prozesse in ihrer Eigentlichkeit ablaufen. Der Zustand des Heils führt eine innere wie äußere Ruhe herbei, weil einen nichts erschüttern kann. Es gibt keinen dauerhaften Zustand des Heils, weil Konflikte entstehen und weil man selbst in einer ständigen Veränderung begriffen ist, so daß man Anstoß erregt. Dieser Anstoß erfordert die Notwendigkeit, einen Ausgleich zu schaffen, indem man nach Lösungen sucht, die allen beteiligten Parteien zuträglich sind. Ein Zustand, der allen erträglich und zuträglich ist, schafft eine relative Zufriedenheit, weil ein Einverständnis vorliegt. Sobald aber ein Zustand von einem Beteiligten in Frage gestellt wird und eine Unzufriedenheit signalisiert wird, entsteht eine Bewegung, insofern jemand aufbricht und aufreißt. Jeder Aufbrechende und Aufreißende stößt nicht auf die Zustimmung der je anderen, weil er eine Antwort und Reaktion wie Aktion fordert. Oft richtet man sich in bestimmten Verhältnissen ein, indem man sich von einem aktiven Bestimmenden zu einem passiv Bestimmten wandelt, weil alles reibungslos zu funktionieren scheint. Wenn man passiv von den Gesetzen der Verhältnisse bestimmt wird, dann zeigt man oft sehr schnell die Bereitschaft, auch Unangenehmes zu akzeptieren, weil man aus Bequemlichkeit keine Veränderung herbeiführen will. Man wohnt sozusagen in den Verhältnissen, als ob sie von Natur gegeben seien, so daß man seinen freien Willen aufgibt. Aber man vergißt beim Wohnen sehr schnell, daß man die Verhältnisse optimieren muß, indem man sie anpaßt und indem man auf Veränderungen aufpaßt. Die Verhältnisse müssen passen, denn sonst lebt man entweder gegen sie oder man erkrankt unter ihnen seelisch wie körperlich. Damit erlebt man Ausgeglichenheit nur für die Dauer eines Augenblicks, weil die Verhältnisse immer in Bewegung sind, sei es durch das eigene Streben oder sei es durch die allgemeine soziale, politische und gesellschaftliche Entwicklung. Das heißt, daß man immer nach individuellen Ausgleich durch Integration und nicht durch Assimilation streben muß, damit man nicht gegen die Gesellschaft lebt, sondern sich individuell einbringt. Das fordert eine ständige Aktion und Reaktion, indem man individuelle Entwicklungen und Veränderungen einleitet sowie auf gesellschaftliche, politische und soziale Entwicklungen antwortet. Dazu muß man ständig diese Entwicklungen erforschen und deuten sowie seine individuelle Entwicklung und seinen individuellen Stand regelmäßig überprüfen, indem man ausgleichen kann. Ausgleichen heißt zwar nicht anpassen durch Selbstaufgabe, sondern vielmehr seinen Stand je neu bestimmen und gegebenenfalls angleichen, indem man Korrekturen vornimmt, ohne seine Andersheit aufzugeben. Denn man muß Andersheit je neu in Bezug zur gesellschafltichen, politischen und sozialen Entwicklung definieren und deuten, damit sie als Andersheit empfunden wird und Sauerteig bleibt. 
von Ignatius
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Donnerstag, 1. mai 2008
Immer noch wird der Mythos vom Frühaufsteher und vom Langschläfer gepflegt und gehegt, damit man immer eine Ausrede vorbringen kann, warum man nicht in der Lage ist, Arbeiten zu bestimmten Zeiten zu verrichten. Hinter diesem Mythos verbirgt sich nur die Abwehrhaltung gegen bestimmte strukturierte Tagesabläufe, die von außen einem Individuum vorgeschrieben werden, weil sie den individuellen Tagesablauf stören. Man kann zwar die Zeiten bestimmer Arbeitsabläufe variieren und individualisieren, damit das Individuum sie als angenehm empfindet. Aber es besteht die Gefahr, daß die Arbeitsabläufe durch zu viele individuelle Regelungen und Ausnahmen gestört werden. Denn die Arbeit muß gemeinschaftlich und reibungslos vollzogen werden, damit sie effektiv ist. Andererseits ist ein gemeinschaftliches Abwickeln der Arbeitsprozesse viel motivierender, weil man sich gegenseitig anspornt und die Arbeitslast gemeinsam trägt. Wer sich gegen äußere Strukturen wehrt, der ist weniger motiviert, weil er dann mit weniger Schwung arbeitet und viele Fehler begeht. Es ist ein Fehler, wenn man in bestimmte Strukturen eingebunden ist, seine persönlichen Abläufe den äußeren Abläufen entgegenzusetzen,  denn dann lebt man in einem Spannungsfeld zwischen Arbeit und freier Zeit. Vielmehr sollte man seine persönlichen Abläufe mit den äußeren Abläufen abstimmen, damit sie ineinander übergehen und es keine Störungen im Befinden gibt. Erst wenn eine strukturelle Harmonie hergestellt ist, kann man sich einbringen und Leistungen erbringen, sonst befaßt man sich unterbewußt nur mit der Störungsbeseitigung. Es gibt weder einen Frühaufsteher noch einen Langschläfer von Natur aus, sondern nur verschiedene Lebensrhythmen, die so gestaltet werden müssen, daß sie je andere Lebensrhythmen nicht stören, denn sonst kommt es zu destruktiven Konflikten. Geeignet ist jeder Rhythmus, der sich am natürlichen Tageslicht orientiert, denn jeder Körper braucht Licht. Licht bedeutet Helligkeit und wirkt motivierend, weil es belebt. Wenn man mit Tagesanbruch sich erhebt, dann folgt man dem natürlichen Tagesablauf, weil der Tag anhebt und dann quasi in einem kreislaufähnlichen Ablauf einem Höhepunkt gegen Mittag zustrebt und  anschließend abklingt und ausklingt. Diesen natürlichen Ablauf bildet der Mensch in sich ab, indem er aufwacht, in Gang kommt und einem körperlichen Höhepunkt zustrebt, bis er dann müde wird und schläft. Wer versucht, unmittelbar nach dem Aufwachen Höchstleistung zu erbringen, wird kläglich scheitern, weil der Körper nach dem Aufwachen eine sogenannte Aufwachphase braucht, die man zum Beispiel mit regelmäßiger morgendlicher Gymnastik und einem ordentlichen Frühstück begleiten kann. Wer gegen seinen Körper lebt, der wird nicht lange überleben, weil er die natürlichen Prozesse stört. Man muß sich immer integrieren, aber nicht assimilieren, insofern man sich in die Prozesse und Gemeinschaft einbringt, ohne sich selbst aufzugeben. Individuelle Prozesse und Anliegen müssen in die äußeren Strukturen eingepaßt werden, damit zwar keine Störung entsteht, aber immer eine Andersheit im Individuellen erhalten bleibt. Denn wenn man motiviert bleiben will, dann muß man sich ein Refugium erhalten, statt die äußeren Strukturen im individuellen Bereich zu übernehmen.
von Ignatius
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Samstag, 26. april 2008
Es ist die irrige Meinung im Schwange, daß jemand länger leben würde, wenn er sich gesund ernähren würde, denn es gibt keinen Zusammenhang zwischen der Lebenserwartung und der Ernährungsweise. Vielmehr ernährt man sich ausgewogen und achtet auf eine ausgewogene Ernährungsweise, damit man zum einen unbeschwerter lebt und sein Abwehrsystem stabilisiert und  damit man zum anderen dem Gaumen eine Freude bereitet. Denn ein gutes Essen motiviert und beflügelt Geist und Seele. Wenn Wissenschaftler in bestimmten Lebensmitteln oder in Gemüse- und Obstsorten gefährliche Stoffe entdecken, dann kann man zum einen vermuten, daß man den Verzehr bestimmter Lebensmittel fördern will, zum anderen, daß eine persönliche Abneigung eines Wissenschaftlers zu dieser Studie führt, denn niemand ißt tagein und tagaus dasselbe Gemüse und dieselbe Obstsorte oder nur ein bestimmtes Lebensmittel. Durch eine Ausgewogenheit und Abwechslung in der Ernährungsweise können schädliche Wirkungen minimiert werden, weil zum einen negative und positive Wirkungen sich ausgleichen, zum anderen das Abwehrsystem so träniert wird, daß es schädliche Wirkungen bis zu einem gewissen Grade ausgleicht. Man erkennt eine prekäre Verhaltensweise, insofern man das Negative und Schädliche herausstellt, aber den positiven Wirkungen keinen Ausdruck verleiht, so daß niemand die positiven Wirkungen einer guten Ernährungsweise erkennt. Die positiven Wirkungen gehen nicht nur von der reinen Nahrungsaufnahme auf, sondern auch von der Gaumenfreude, die Lebensmittel verleihen, denn eine wohl schmeckende Nahrung in einer angemessenen Quantität und Qualität bringt eine seelisches Hochgefühl, insofern Geist und Körper neue Kräfte schöpfen. Quantität und Qualität müssen in einem solchen Verhältnis stehen, daß die Ernährung Spaß macht, denn jedes unangemessene Verhältnis verdirbt nicht nur den Magen, sondern auch die Freude am Essen. Wer sich richtig und ausgewogen ernährt, ist immer ein wenig fülliger als je andere, weil er einen natürlichen Appetit hat und nicht verzichtet. Schlankheit hingegen wird immer mit einem Verzicht erkauft, der bis zum Ekel vor der Nahrung reicht, denn ein unnatürliches Körpermaß resultiert aus einem krankhaften Wahn, zu gefallen, auch wenn es auf den Körper destruktiv wirkt. Der Mensch, der schlank ist, hat meist Defizite in der Ernährung sowohl in Bezug auf die Quantität als auch in Bezug auf die Qualität, und unterwirft sich zum anderen den Gesetzmäßigkeiten von Modeströmungen oder bestimmter Erwartungshaltungen, statt sich ihnen entgegenzusetzen, indem man sich so gibt, wie man ist. Jeder will gefallen und sich ansprechend zeigen, aber beides hat nichts mit der Notwendigkeit, schlank zu sein, zu tun, weil nicht nur das Körpermaß, sondern auch Verhalten und Gehabe im gesunden und natürlichen Zusammenspiel für den Eindruck, den man hinterläßt, entscheidend sind. Eine gewisse Natürlichkeit wirkt immer ansprechender als jede Schlankheit oder Geziertheit, denn der wahre Mensch tritt in der Gewohnheit hervor.
von Ignatius
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Donnerstag, 24. april 2008
Ich durfte heute folgendes Spannungsverhältnis erleben: im Fernsehen flimmerte wieder irgendwelche Bilder irgendwelcher Prominenter und vor dem Fernseher sah dies ein Zuschauer, der an den Rollstuhl gefesselt war und keine Perspektive mehr hatte, obwohl sein Leben kaum weniger bedeutend sein dürfte als das Leben irgendwelcher Prominenter, nur vollzieht sich dieses Leben am Rande der Gesellschaft und ist weniger spektakulär. Jeden Tag wird man mit Menschen konfrontiert, die von der Gesellschaft an den Rand gedrängt werden und quasi vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen werden. Dann ist es wirklich ein Hohn zu fragen, warum so viele Menschen sich dem Rausche hingeben, weil eine solche Frage nur die Blindheit des Fragenden beschreibt. Vielmehr sollte gefragt werden, warum das Gesellschaftssystem so viele Menschen ausstößt, denn die Zunahme der je Ausgestoßenden charakterisiert nur eine Lebensunfähigkeit des bestehenden Gesellschaftssystems, insofern wenige auf Kosten vieler leben und somit Armut Lebensgrundlage des Reichtums und Wohlstandes weniger ist. Zum anderen gibt es keine Möglichkeiten, aufzusteigen oder zu kommunizieren, weil ein Mensch entweder zur einen oder zur anderen Seite gehört. Ein  Leben in Armut kann nur jemand hochpreisen, der nicht in Armut leben muß und  nicht den täglichen Überlebenskampf bestehen muß, denn niemand, der wirklich arm ist, fühlt sich in seiner Lage wohl. Jeder Mensch strebt nach einem minimalen Wohlstand und nach der Möglichkeit, sein Leben individuell zu gestalten. Jeder, der nur noch ums täglich Brot kämpfen muß, verliert früher oder später jede Motivation, weil ein solches Leben menschenunwürdig ist. Menschen in Armut geraten schnell in Vergessenheit, weil Armut kein bestimmtes Profil hat. Sie äußert sich nicht mehr in der Form des Bettlers in zerrissenen Kleidungsstücken, wie viele sich das vorstellen. Man muß vielmehr nach der Armut und dem Armen fragen und ihn entdecken, denn sonst bemerkt man ihn nicht. Viele sind der Meinung, daß es allen gut ginge, wenn es ihnen gut geht, weil damit eine Blickverzerrung eintritt. Oft wird die Welt aus einer individuellen Sicht des Wohlstandes gesehen, so daß mit steigendem oder fallendem Wohlstand sich der Maßstab ändert. Erst wenn ein Mensch einmal abgestürzt ist, wird er begreifen, wie brüchig eine Existenz ist, von der viele glauben, sie dauere ewig, denn eine Existenz muß täglich neu gestaltet und gesichert werden. Wenn suggeriert wird, daß der Mensch fürs Alter vorsorgen solle, damit er im Alter unbesorgter leben könne, wird vergessen, daß zum einen das Leben nicht auf ein sorgloses Alter ausgerichtet ist und zum anderen nie gewiß ist, ob Menschen das sogenannte Rentenalter erreichen. Um die Existenz muß man sich jeden Tag sorgen, weil sie je instabil ist. Wer sich nur ums Alter sorgt, vergißt, dem Leben heute einen Inhalt zu geben, denn ein inhaltsreiches Leben ist sinnvoller als ein sorgenfreies Alter. Wenn der Blick sich vom sorgenfreien Alter wegwendet und sich dem aktuellen Alltag mit seinen Problemen und Begegnungen zuwendet, dann erkennt man sofort, daß das soziale System in einer Schieflage hängt, weil viele Menschen ausgestoßen und vergessen werden und damit perspekivenlos vor sich hinvegetieren müssen. Das führt schnell dazu, daß sich Menschen hängen lassen, weil der Mut in dieser Orientierungslosigkeit untergeht. Dann ist es unverfroren, diesen Menschen die Schuld an ihrer Lage zuzuschreiben, weil diese Schuldzuweisung sie noch tiefer in diese Lage hineinmanövriert. Vielmehr muß man diese Menschen wahrnehmen und das soziale System in Frage stellen, denn es muß umgebaut werden, damit es neue Perspektiven eröffnet und Orientierungshilfen leistet, indem es durchlässiger wird und sich nicht in einem hierarischen Denken verfängt. Man muß begreifen, daß jeder zur Gesellschaft gehört, ob er nun prominent ist oder an den Rollstuhl gefesselt ist, denn alle tragen die Gesellschaft und nicht ein elitärer Kreis von Menschen. Wenn ein soziales System Möglichkeiten schafft, daß sich jeder einbringen kann, dann ist es stabiler, denn es ist in einem steten Wandel begriffen, indem es sich den veränderten Bedingungen anpaßt.
von Ignatius
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Mittwoch, 23. april 2008
Wenn man Menschen aufmerksam zuhört, die gescheitert sind, dann entdeckt man, daß sie einst ein Ziel verfolgten, aber vom Ziele abwichen, weil sie den Verlockungen des Pseudolegalen erlegen sind. Pseudolegal ist alles, was weder erlaubt noch verboten ist, aber immer am Rande des Verbotenen steht, denn man begibt sich auf eine Gratwanderung. Wenn man den Verlockungen des Pseudolegalen nachgibt, dann verliert man sehr schnell das eigentliche Ziel aus den Augen, weil diese Zone einen Touch des Heldenhaften hat und man sich mit diesen Handlungen brüsten kann. Wenn man die Ziele normal verfolgt und alle Möglichkeiten ausschöpft, dann erreicht man auch Erfolge, kann aber nichts Spektakuläres berichten, weil das je Normale nicht die entsprechenden Reize aussendet. Mit den Berichten über das je Normale gewinnt man keine Zuhörer, weil das je Normale keine Besonderheit darstellt. Besonders ist nur je Einmaliges, wenn es zum Heldenhaften hochstilisiert wird, weil es den je Berichtenden besonders hervorhebt und ihm besondere Geltung verschafft, auch wenn man diese Überspitzung schnell bemerkt. Je näher sich das Besondere am Rande des Legalen bewegt, desto heldenhafter wirkt es, denn es beweist Mut. Andererseits entwickelt sich aus dieser Großsprecherei die Gefahr, daß jemand besonders beobachtet wird und überprüft wird, so daß ihm seine übertriebene Großsprecherei schnell zum Verhängnis wird. Denn er weckt nicht nur bei seiner Umgebung Aufmerksamkeit, sondern auch bei staatlichen  Institutionen, die über Recht und Ordnung wachen.  Es wird viel geduldet, aber jede Duldung hat ihre Grenze dort, wo sie  das Recht und Gesetz aufzuweichen droht. Denn dann gerät die Ordnung in Gefahr. Damit gerät derjenige, der sich brüstet, schnell in eine Lage, in der er Rechenschaft ablegen muß und den Absturz einleitet, weil diese Brüsterei ihre Grundlage verliert. Die eigentlichen Ziele sind verloren und die Machenschaften aufgedeckt, so daß die Existenzgrundlage verloren gegangen ist. Damit endet die Verführung durchs Pseudolegale im persönlichen Ruin, weil sich alle abwenden, die vorher das je Heldenhafte bestaunt haben.
von Ignatius
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Dienstag, 22. april 2008
Es gibt Menschen, die sich als Herren fühlen und dieses Gehabe anderen gegenüber in einer Entwertung der Persönlichkeit je anderer und in einer Verobjektivierung je anderer zum Ausdruck bringen, denn sie definieren ihre Herrschaft durch Unterdrückung je anderer. Sie erwarten von je anderen mehr, als sie je selbst zu leisten bereit wären, denn sie kaschieren durch ihre hohen Erwartungen oft ihre eigene Unfähigkeit und ihr eigenes Nichtstun. Sie beschäftigen sich nur mit dem Überwachen der Arbeit und der Leistungen je anderer, statt selbst in die Aufgaben involviert zu sein oder sich selbst einzubringen. Mit dieser Überwachungshaltung zementieren sie Herrschaftsverhältnisse und destruktive Arbeitsverhältnisse, weil sie Drohungen aussprechen, statt menschlichere Arbeits- und Lebensbedingungen zu schaffen. Mit Drohungen erreichen sie nur, daß sich Angststrukturen etablieren, die letztlich in einen Mangel an Entscheidungsbereitschaft und an Entscheidungswillen münden, weil jede Entscheidung als Angriff auf den Herrn ausgelegt wird. Der Herr entscheidet also selbst und meist falsch, weil er durch seinen Machtanspruch die Sachverhalte unzureichend kennt und sich letztlich selbst demontiert. Andererseits schafft er durch seinen Machtanspruch eine Abhängigkeit von der Basis, weil die Basis die Entscheidungen nicht so umsetzt, wie sie gefällt werden, sondern die Freiräume nutzt, die sich durch die Machtverbohrtheit ergeben. Wer Machtansprüche erhebt, der wird früher oder später Opfer seines Machtanspruches, weil er durch diesen Machtanspruch blind für die Anliegen der Basis wird und die schleichende Entmachtung durch die Basis nicht bemerkt, insofern eine Machtschwäche entsteht. Jeder Machtanspruch geht mit einer Wertung des Gegenüber einher, insofern die Macht die Gesetze im Umgang mit dem Gegenüber bestimmt. Der Mensch ist nicht mehr Mensch, sondern beherrschbar oder nicht, so daß er verfügbar oder unverfügbar ist. Denn der Mensch muß dem Machthaber gehorchen und sich fügen, aber darf sich nicht einbringen, insofern damit ein Individualitätsanspruch formuliert wird. Der Mensch ist Wert an sich, so daß jedes Gesetz, das den Menschen als Wert in Bezug auf etwas anderes, wie auch immer es beschaffen ist, begreift, verliert seine Gültigkeit, weil es gegen die Würde des Menschen verstößt. Jedes Hierarchiedenken, das letztlich auf einer  wie auch immer  gearteten Wertung des Menschen beruht,  muß  zerschlagen werden, weil es unwürdige Verhältnisse schafft.  Wenn anfangs Macht begrüßt wird, weil sie bestehende Verhältnisse umkrempelt, endet letztlich wiederum im Desaster und in der Destruktion, weil die Verhältnisse sich weiterentwickeln und ständig im Umbruch begriffen sind, was einem strengen Hierarchiedenken entgeht. Damit führt sich jedes Hierarchiedenken und jeder Machtanspruch selbst ad absurdum, weil er diesen Wandel nicht begreift und nicht wahrnimmt.
von Ignatius
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Sonntag, 20. april 2008
Es gehört zu den Bequemlichkeiten des menschlichen Geistes, Urteile anderer ungeprüft und unhinterfragt zu übernehmen, denn man muß sich nicht den Mühen unterziehen, unvoreingenommen ein Urteil zu fällen. Nun hört man immer Urteile über Menschen, weil jeder aus Begegnungen mit anderen individuelle Schlüsse zieht, insofern sich jede Begegnung individuell gestaltet. Daraus entsteht die Gefahr, daß eine Begegnung durch diese Urteile bestimmt wird und so einen anderen Verlauf nimmt, weil man sich dem Gegenüber gemäß den Urteilen verhält. Mit diesen Urteilen erfolgt unterbewußt eine Wertung, weil man dem je anderen schon eine gewisse Richtung seines Verhaltens vorgibt. Damit ist eine Begegnung nur noch eindimensional ausgerichtet, weil die zufällige Entwicklung, die durch eine Unvoreingenommenheit möglich gewesen wäre, ausgeschlossen wird. Jesus fordert uns auf, wie die Kinder zu werden, denn Kinder gehen aufeinander unvoreingenommen vor. Es heißt nicht, daß die Erwachsenen infantil werden sollen und einen Stand des Primitivismus einnehmen sollen, denn dann würde die Welt destruiert. Die Voreingenommenheit jedoch veranlaßt oft Destruktivität, weil man im je anderen einen Feind wittert, obwohl der je andere nicht feindlich gesonnen ist. Wenn wir aber eine solche Gesonnenheit annehmen, projezieren wir diese Gesonnenheit auf den je anderen, so daß er unsere Vermutung bestätigt, weil wir durch unsere Projektion das Verhalten des je anderen steuern. Es wird also kein anderes Verhalten zugelassen, denn sonst müßte ein neues Urteil gefällt werden, das Anlaß zu diversen Auseinandersetzungen gäbe. Aus der Faulheit heraus, zu disputieren, neigt man zur Bequemlichkeit, Vorurteile gedankenlos und unbegriffen zu übernehmen, auch wenn es zu der je eigenen Destruktion führt, denn man unterstützt damit eine Uniformität des Denkens. Gerade wenn man Urteile in Frage stellt, dann bringt man Bewegung ins Denken, weil man sich nicht der Uniformität des Denkens beugt. Irgendwann schlagen Urteile, die man nicht hinterfragt, sondern einfach nachplappert, in Unmenschlichkeit um, weil sie die Menschen in Angepaßte und Ungepaßte aufteilt und jeden kritischen Geist unterbindet. Vorurteile schweißen Menschen auf bestimmte Verhaltensweisen und ein bestimmtes Gehabe fest, statt ihnen eine Chance zum Wandeln und zum Entwickeln zu geben, denn man braucht den Buhmann. Oft dienen solche Vorurteile noch dazu, unliebsame und unbegründete Maßnahmen zu ergreifen und durchzusetzen, damit ein Vorurteil weiterhin gepflegt und bedient werden kann. Deshalb ist die Aufforderung, wie die Kinder zu werden, berechtigt, damit man den je anderen in seiner Person und seinem Menschsein wahrnimmt.
von Ignatius
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